Wir gestalten Übergänge

Übergänge (Transitionen) sind in der pädagogischen Arbeit große Veränderungsmomente im Leben der Kinder, die es in besonderer Weise zu begleiten gilt.

In unserer Einrichtung gestaltet wir drei Übergänge:

1. Elternhaus - Kita = Eingewöhnung

2. Kita - Kita = "Ich geh' dann mal rüber"

3. Kita - Schule = Vorschularbeit

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1. Eingewöhnung

 

Mit dem Besuch in der Kindertageseinrichtung beginnt für das Kind ein neuer Lebensabschnitt.

Der Übergang aus der Familie in die noch unbekannte Kita ist für das Kind eine große Herausforderung:

  • neue Umgebung

  • fremde Personen

  • anderer Tagesablauf

  • Trennung von Eltern

 

Für die Eingewöhnung Ihres Kindes sollten Eltern einen Zeitraum von 4 Wochen einplanen.

Die Eingewöhnung in unserem Haus übernimmt eine festgelegte Fachkraft, die damit als verlässliche Bezugsperson agieren kann.

 

Um den Übergang des Kindes von den Eltern zu der neuen Bezugsperson in der Kita zu gestalten, ist ein gegenseitiges Kennenlernen und Vertrauen nötig. Dazu bieten wir, vor der eigentlichen Eingewöhnungsphase, Elterngespräche, Auswertung des Elternfragebogens und Schnuppertage in der Kita an.

Zu dieser Gelegenheit wird dann der detaillierte Eingewöhnungsplan noch einmal erläutert  und individuelle Absprachen getätigt.

 

Im Allgemeinen orientiert sich unsere pädagogische Arbeit während der Eingewöhnung an dem Berliner Eingewöhnungsmodell. Die zentrale Aussage dieses Eingewöhnungsmodells ist: „Kinder müssen zu Beginn ihres Besuchs von Kindertageseinrichtungen einige Zeit von einem Elternteil begleitet werden, um Risiken für ihre Gesundheit und ihre Entwicklung zu vermeiden“.(INFANS (Institut für angewandte Sozialisationsforschung/Frühe Kindheit e.V., 1988)

 

Eltern stellen sinnbildlich durch ihre anfängliche Begleitung einen sicheren Hafen dar, der jederzeit zum Auffüllen von Mut- und Vertrauenstank angesteuert werden kann. Die Bezugserzieherin gestaltet den Beziehungsaufbau zu dem Kind so, dass auch sie bald ein stärkender Hafen zum Ansteuern wird und zum weiteren Entdecken der Kitawelt geankert werden kann.

 

Das Berliner Eingewöhnungsmodell enthält strukturierte Abläufe, an denen wir uns orientieren.

Zudem ist uns die Berücksichtigung der individuellen Gegebenheiten von Kind und Eltern wichtig, sodass wir  jederzeit in der Lage sind, die Planung dem aktuellen Bedarf anzupassen.

2. "Ich geh dann mal rüber"

Abhängig von unserer bewusst gewählten Gruppen- und Altersstruktur im Haus, ergibt sich ein einmaliger Gruppenwechsel eines 2jährigen Kindes während der gesamten Kindergartenzeit.

 

Für diesen bevorstehenden Wechsel haben wir ein eigenes Übergangskonzept erstellt. Mit der Umsetzung dieses Konzeptes und damit mit der Übergangsgestaltung starten wir jedes Jahr im Juni.

Unser Übergangskonzept beinhaltet:

  • sprachliche und bildliche Vorbereitung des Übergangprozesses

  • gegenseitige Besuche der neuen Bezugserzieherin und des Kindes (Morgenkreis und Freispiel)

  • verstärkter Kontakt auf Außengelände

  • Übergangsgespräch der Eltern mit der zukünftigen Bezugserzieherin

 

In der Gestaltung dieses Übergangs kommt allen Beteiligten unser Konzept der teiloffenen Arbeit zu Gute. Die Kinder und Erzieherinnen kennen sich bereits durch gemeinsame Begegnungen im Haus, gemeinsames Spielen auf dem Außengelände und dem gemeinsamen Besuch des Waldes. Und auch Eltern und Erzieherinnen kennen sich zumindest schon vom Sehen und Begegnen im Haus.

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Kontaktaufnahme gelingt/ gelang auch bei coronabedingter Gruppentrennung.

3. Vorschularbeit

Nach unserem pädagogischen Verständnis stellt die gesamte Kindergartenzeit eines Kindes die Vorbereitung für die darauffolgende Bildungseinrichtung, die Schule, dar.

Unsere Erfahrung zeigt uns zugleich, dass die zukünftigen Schulkinder ihre eigene Vorbereitung und ihren anstehenden Übergang für und in die Schule bewusster wahrnehmen und gestalten, wenn sie die besondere Rolle der sogenannten Vorschulkinder inne haben.

 

Nach unserem Verständnis ist ein Kind schulfähig, wenn es:

  • sich neuen, unbekannten Situationen möglichst neugierig, offen und angstfrei stellen kann

  • Merkmale einer Belastbarkeit besitzt, um kleinere und größere Enttäuschungen ertragen zu können

  • Vertrauen in die eigenen Lernfähigkeiten besitzt

  • zur Konfliktlösung konstruktive Verhaltensweisen kennt und diese umsetzt

  • eigeninitiatives Verhalten zeigt

  • sich konzentrieren kann und Ausdauer hat

  • in Groß- und Kleingruppen zuhören und das Gehörte umsetzen kann

 

Das bedeutet für unsere Arbeit, dass wir

  • Räume und Interaktionen schaffen, um die Kommunikation der Kinder untereinander zu stärken

  • Angebote anbieten, bei denen Mengen, Zahlen und Schriftbilder kennen gelernt und somit ein folgerichtiges Denken gefördert wird

  • dem Kind Sicherheit und Vertrauen geben, um mit eigenen Enttäuschungen umgehen zu können

Die Vorschulkinder treffen sich, um gemeinsam Projekte und Ausflüge zu planen und durchzuführen. Diese Projekte werden von den Kindern vor- und nachbereitet und von den Erzieherinnen begleitet und mitgestaltet. Hier erleben sich die Kinder als altershomogene Gemeinschaft und fühlen sich einander verbunden im gemeinsam bevorstehenden Übergang.

 

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Innerhalb und außerhalb der Einrichtung finden u.a. folgende

Angebote für die Vorschulkinder statt:

  • Verkehrserziehung

  • Singen im Seniorenheim

  • Teilnahme an Sternsingeraktion

  • Präventionskurs „Mut tut gut“

  • Abschlussfahrt

  • Abschlussgottesdienst

Für einen persönlicheren und individuelleren Übergang nehmen im letzten Kitahalbjahr die Grundschulen Kontakt zu uns auf.

Neben dem Austausch über den bisherigen Entwicklungsverlauf, das soziale Verhalten des Kindes und seine Spielinteressen (dieser Austausch bedarf der schriftlichen Zustimmung der Eltern), kommt es zu gegenseitigen Besuchen. LehrerInnen besuchen das Kind in der gewohnten Bezugsgruppe und Kinder besuchen in Kleingruppen die Grundschulen.